Ein kurzer Rückblick auf 2017 und ein Ausblick auf 2018

Es war eine Weile lang sehr ruhig auf dieser Seite. Ich habe zwar fleißig gearbeitet (wie es sich für eine Schriftstellerin einst vielleicht gehörte und im 21. Jahrhundert längst nicht mehr – still und allein in meinem Kämmerchen, ohne Social Media oder dem restlichen Internet davon zu berichten), hier war jedoch wenig davon zu sehen. Ich möchte euch nicht länger im Dunkeln lassen und zugleich das Jahresende nutzen, um sowohl zurück als auch voraus zu schauen: Was ist schriftstellerisch 2017 passiert und was ist für das nächste Jahr geplant?

1. 2017 war mein Selfpublishing-Jahr. Ich habe sowohl den Roman „Das geheime Buch“ als auch das Kinderbuch „Theos und Junas weite Reise“ bei Kindle Direct Publishing veröffentlicht. Die Hardcover-Version von „Das geheime Buch“ erschien bei MBooks und ist daher als einziges auch im normalen Buchhandel und nicht nur auf Amazon erhältlich. Im Nachhinein muss ich sagen, es war eine spannende Erfahrung, aber auch unglaublich nervenaufreibend und zeitraubend. Das Veröffentlichen in einem professionellen Verlag, der das Lektorat und die Gestaltung übernimmt, dafür sorgt, dass das Buch rezensiert wird, dass es in die Buchhandlungen kommt und der auch Werbung macht, würde ich dem Selbstverlag jederzeit vorziehen. Finanziell ist für mich noch nicht ganz absehbar, was rentabler ist – beim Selfpublishing entfällt zwar die Vorauszahlung des Verlags, dafür verdiene ich aber an jedem verkauften Exemplar deutlich mehr.

2. Seit diesem Jahr arbeite ich mit der Literaturagentur Kossack zusammen. Sie vertreten mich für mein gesamtes Werk, sind momentan aber vor allem auf der Suche nach einem Verlag für ein Manuskript, das ich 2016 während meines Masterstudiums schrieb. Es ist eine eher literarische Geschichte, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Meine großartige und sehr engagierte Agentin ist zwar begeistert, doch die Verlage tun sich noch schwer, und zwar aus dem Grund, dass sie nicht recht wissen, ob sie es als Jugend- oder als Erwachsenenbuch einordnen sollen. Ich scheine ein Händchen dafür zu haben, zwischen den Genres zu schreiben – auch Bastei Lübbe bemängelte schon, dass „Emba“ sowohl Züge von Fantasy als auch von Science Fiction hat. Der Buchmarkt ist da bedauerlicherweise sehr unflexibel und wenig offen für Neues. Die Verleger scheinen genauso wie die Buchhändler in strengen Kategorien zu denken und alles, was nicht reinpasst, lässt sich (angeblich) nicht vermarkten. Doch noch geben wir die Hoffnung nicht auf. Und schließlich hat auch Bastei Lübbe die Veröffentlichung von „Emba“ letztendlich nicht bereut.

3. Der zweite Teil von „Emba“ war für die Königsdisziplin des Deutschen Phantastikpreises nominiert – Bester Deutscher Roman – und gelangte bis in die Endrunde. Wenn mir das jemand Anfang des Jahres erzählt hätte – ich hätte ihn entweder ausgelacht oder ihm empfohlen, über eine Karriere als Fantasy-Autor nachzudenken. Ich durfte Anfang September bei der Preisverleihung und auch bei der Rahmenveranstaltung, der „Phantastika“, dem Festival der Phantastik, in Oberhausen dabei sein. Und obwohl ich (natürlich) nicht gewonnen habe, war es ein großartiger Abend und eine einmalige Erfahrung.

4. Achtung, Achtung, hier kommt das große Geheimprojekt, an dem ich gearbeitet habe, das eigentlich gar nicht geheim ist … oder zumindest nicht ganz. Ich bin unter Vertrag, eine fünfteilige Fantasy-Reihe zu schreiben. Es werden fünf kurze Teile sein (jeweils etwa 220 Seiten) und sie werden als eBooks veröffentlicht. Drei Teile habe ich schon fertiggestellt und Teil vier und fünf werde ich in der ersten Hälfte des nächsten Jahres schreiben. Alles weitere bleibt vorerst tatsächlich noch „geheim“, aber ich verspreche, dass es dazu bald mehr Infos geben wird!

5. Das hier hat eigentlich nichts mit meinem Schriftstellerdasein zu tun oder wenn, dann nur mit ganz viel gutem Willen. Doch es gehört ebenfalls zu meinen Highlights 2017 und interessiert vielleicht den ein oder anderen. Und zwar habe ich von Mitte November bis Mitte Dezember an der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) teilgenommen, zusammen mit meinem Vater und zwei weiteren Crew Mitgliedern. Im Klartext heißt das: Wir sind mit einer zwölf Meter langen Segelyacht von Gran Canaria nach St. Lucia in der Karibik gesegelt. Drei Wochen lang waren wir auf dem Wasser, ehe unsere Füße das erste Mal wieder auf festem Land standen. Wir haben Wale, Delphine und Schildkröten gesehen, haben fliegende Fische vom Deck sammeln müssen, sagenhafte Sonnenauf- und -untergänge und unglaubliche Sternenhimmel gesehen. Wir haben würgend über der Reling gehangen, ein Segel zerrissen, Wind und Wellen verflucht und die Weingummi mit dem Messer zerschnitten, um sie gerecht aufzuteilen. Es war ein unvergessliches Abenteuer. Unterwegs habe ich einen Blog geschrieben, dessen Einträge wir täglich mit dem Satellitentelefon abgeschickt haben und der am Ende den Preis für den besten nicht-englischen Blog aller 200 ARC-Boote erhielt. (Und das war der angedrohte „gute Wille“, um die Brücke zum Schriftstellerischen zu schlagen.)

Land in Sicht! Ankunft in der Rodney Bay auf St. Lucia.

Und 2018? Ich habe ja schon gesagt, dass ich noch zwei Teile des Fantasy-Fünfteilers schreiben werde. Das wird mich in der ersten Jahreshälfte beschäftigen. Dann werden die ersten Teile parallel auch schon 2018 veröffentlicht werden. Es mangelt aber auch nicht an Plänen für danach. Am liebsten würde ich momentan eine Idee für ein Kinderbuch umsetzen, welche mir seit meinem Masterstudium in Edinburgh und damit schon seit fast zwei Jahren im Kopf herum spukt. Sie ist gewissermaßen von der faszinierenden Stadt Edinburgh inspiriert. Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, doch hier auf dieser Seite werdet ihr als aller erstes davon erfahren, sobald es mehr zu berichten gibt.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest mit einer Prise Ruhe und Besinnlichkeit und vielen Büchern unter dem Baum. Kommt gut ins neue Jahr – and keep reading! 🙂

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